Warum liefern manche Online-Tabellen abweichende Kernlochwerte?

Online-Tabellen können abweichen, weil Formelwert, lieferbarer Bohrer, D1 und Toleranzfeld verwechselt oder unterschiedlich gerundet werden. Kleine Rundungen sind normal; ein Wert außerhalb des Toleranzfelds ist dagegen ein fachlicher Fehler.

Der konkrete Fund aus dem Referenzdatenbericht betrifft M12. Vier der geprüften Quellen führen für das Schneiden 10,20 mm als Kernlochbohrer. Eine frei zugängliche Tabelle von schraube-mutter.de nennt 10,50 mm. Das ist nicht nur eine Rundung von D - P: Der Formelwert wäre 10,25 mm, der belegte Bohrerwert 10,20 mm.

Die Toleranzprüfung macht den Unterschied sichtbar. Für M12 ergibt der Quellenabgleich:

D1max (M12, 6H) = 10,106 + 0,335 = 10,441 mm
Bohrer 10,50 mm > 10,441 mm

Ein 10,50-mm-Kernloch liegt damit außerhalb des 6H-Felds. Das Gewinde lässt sich zwar schneiden und die Schraube passt hinein, aber die tragende Gewindeflanke wird geringer. Genau deshalb zeigt der Gewinde-Kernloch-Rechner nicht nur eine nackte Zahl, sondern trennt Formelwert, bevorzugten Bohrer und D1-Einordnung.

Die Kernlochdurchmesser-Tabelle zeigt den belegten metrischen Draft-Umfang. Der Ratgeber Kernlochdurchmesser für Gewinde richtig wählen erklärt, warum D - P für Regelgewinde robust ist und wo Bohrerrundungen entstehen. Der Begriff Kernlochdurchmesser ist separat definiert.

Einordnung

Die Normtexte wurden nicht im Volltext eingesehen. Der genannte 10,50-mm-Vergleichswert stammt aus einer im August 2026 gesichteten Online-Tabelle eines Wettbewerbers und dient nur der Veranschaulichung.

Quellen