Passung und Toleranzfeld berechnen

Berechne ISO-286-Grenzmaße für H-Bohrung und Wellenfelder h, g, f oder k: Mindestmaß, Höchstmaß, Spiel, Übermaß und Passungsart.

Nennmaß der Passung. Diese Implementierung ist auf ISO-286-Stufen bis 180 mm begrenzt, weil oberhalb dieser Stufe keine gegen die Norm geprüften Grundtoleranzwerte vorliegen.
H7 ist der häufigste Ausgangspunkt der Einheitsbohrung.
Wellenfeld nach ISO 286. H7/g6 ist ein typischer Gleitsitz.
IT6 ist bei H7/g6 der typische Wellen-Grad.
Bohrung Mindestmaß40 mm
Bohrung Höchstmaß40,03 mm
Welle Mindestmaß39,98 mm
Welle Höchstmaß39,99 mm
Kleinstes Spiel / größtes Übermaß0,01 mm
Größtes Spiel0,05 mm

Der Rechner bestimmt aus Nennmaß, Bohrungs-IT-Grad und Wellen-Toleranzfeld die Grenzmaße einer ISO-286-Passung. Im MVP ist die Bohrung fest als H-Feld angelegt; für die Welle stehen h, g, f und k zur Auswahl.

Die Begriffe sind hier wichtig, weil sie nicht dasselbe meinen. Die IT-Grundtoleranz bestimmt die Breite des Toleranzfelds. Das Grundabmaß bestimmt dessen Lage zum Nennmaß. Zusammen bilden Buchstabe und Zahl das Toleranzfeld, zum Beispiel H7 oder g6. Aus der Überlagerung von Bohrung und Welle ergibt sich die Passungsart: Spielpassung, Übergangspassung oder Presspassung.

Die ausführliche Einordnung steht im Ratgeber ISO-286-Toleranzfelder und Passungen verstehen. Der belegte Datenstand für IT-Werte und Grundabmaße ist in der Tabelle IT-Grundtoleranzen und Grundabmaße nach ISO 286 dokumentiert.

Wichtig für kleine Nennmaße: Die IT-Grundtoleranz-Formel trifft die tabellierten Werte unterhalb 18 mm nicht immer. Die FAQ Warum trifft die IT-Grundtoleranz-Formel nicht immer zu? erklärt den belegten Befund bis 15,3 % Abweichung und warum der Rechner die Tabelle statt der Formel als Datenquelle nutzt.

So funktioniert die Passungsberechnung

Eine Passung besteht aus zwei Toleranzfeldern: einem für die Bohrung und einem für die Welle. Bei H7/g6 bedeutet H7: Bohrung mit Grundabmaß H und IT-Grad 7. g6 bedeutet: Welle mit Grundabmaß g und IT-Grad 6.

Das H-Feld der Bohrung beginnt im MVP immer beim Nennmaß:

EI = 0
ES = IT der Bohrung

Die Wellenfelder liegen je nach Buchstabe anders. Bei h liegt das obere Abmaß es bei 0. Bei g und f liegt die Welle unter dem Nennmaß. Bei k liegt sie im feinen Bereich leicht über dem Nennmaß und kann dadurch eine Übergangspassung erzeugen.

Eingaben

Das Nennmaß wird in Millimeter eingegeben. Der Rechner ist auf 1 bis 180 mm begrenzt: Nur bis zu dieser Stufe sind die ISO-286-Grundtoleranzen im Quellenabgleich gegen publizierte Normwerte geprüft. Für die Stufen daurüber (bis zum in ISO 286 genormten Bereich von 500 mm) liegt kein geprüfter IT-Datensatz vor; sie werden deshalb bewusst nicht mitgerechnet, statt unbelegte Werte auszugeben.

Die Bohrung ist im MVP auf H festgelegt. Das folgt der Nutzerintention hinter H7/g6 und der Einheitsbohrung: Die Bohrung bleibt der Bezug, die Welle wird über ihr Toleranzfeld angepasst. Als Bohrungs-IT-Grade sind IT5 bis IT11 vorgesehen.

Für die Welle stehen im Rechner die Felder h, g, f und k mit IT5 bis IT11 bereit. Weitere Felder wie e, m, n oder p sind fachlich möglich, aber in dieser Spezifikation nicht freigegeben.

Ergebnis richtig lesen

Der Rechner zeigt vier Grenzmaße:

  • Bohrung Mindestmaß
  • Bohrung Höchstmaß
  • Welle Mindestmaß
  • Welle Höchstmaß

Daraus folgen kleinstes Spiel beziehungsweise größtes Übermaß und größtes Spiel. Ein positiver Wert bedeutet Spiel. Ein negativer Wert bedeutet Übermaß.

Bei Ø40 H7/g6 sieht der belegte Testfall so aus:

H7: 40,000 mm bis 40,025 mm
g6: 39,975 mm bis 39,991 mm
Mindestspiel = 40,000 - 39,991 = 0,009 mm
Hoechstspiel = 40,025 - 39,975 = 0,050 mm
Passungsart = Spielpassung

Die Passungsart ist eine Aussage in Worten, keine Zahl. Sie erscheint deshalb nicht als Ergebnisfeld, sondern als Hinweis unter dem Ergebnis; die Zahlenwerte bleiben normale Ergebnisfelder.

Rechenweg und Normbezug

Die ISO-286-Durchmesserstufe wird aus dem Nennmaß bestimmt. Auf Stufengrenzen gilt: Die obere Grenze gehört zur unteren Stufe; 10 mm liegt also noch in >6-10.

Für jede Stufe nutzt die Rechnung das geometrische Mittel:

Dg = sqrt(Dmin x Dmax)

Die Grundabmaße für die MVP-Felder werden gerechnet. Der Quellenabgleich hat die Formeln für g, f und k an 20 publizierten Tabellenzellen geprüft; alle 20 Treffer stimmten.

Welle h: es = 0, ei = -IT
Welle g: es = -2,5 x Dg^0,34, ei = es - IT
Welle f: es = -5,5 x Dg^0,41, ei = es - IT
Welle k: ei = +0,6 x cbrt(Dg) fuer IT4 bis IT7, sonst ei = 0

Die IT-Grundtoleranzen werden dagegen nicht produktiv aus der Näherungsformel erzeugt. Unterhalb 18 mm weicht die Formel systematisch ab; bei der Stufe bis 3 mm liegt IT7 gerechnet bei 9 um, der belegte Tabellenwert aber bei 10 um. Darum muss das Datenmodul die tabellierten IT-Werte liefern.

Normbezug: ISO 286-1:2010 + Cor 1:2013 für System und Formeln, ISO 286-2:2010 + Cor 1:2013 für Grenzabmaße; zuletzt bestätigt 2021. Kein Abschnitt dieser Seite ersetzt die Zeichnung oder die Norm.

Grenzen der Rechnung

Der Rechner ist ein Werkstatt- und Lernwerkzeug für Standardfälle im geplanten MVP. Verbindlich bleiben Fertigungszeichnung, Prüfplan, Oberflächenanforderung, Beschichtung, Temperaturbezug und gültige Norm. Schon wenige Mikrometer können entscheiden, ob eine Welle leicht läuft, klemmt oder nicht fügt.

Nicht abgedeckt sind Bohrungsfelder ausser H, Wellenfelder ausser h/g/f/k, Nennmaße über 180 mm und Toleranzgrade ausser IT5 bis IT11. Beim Wellenfeld k gilt außerdem eine Sonderregel: Für Grade außerhalb IT4 bis IT7 setzt die Spezifikation ei = 0 und gibt einen Hinweis aus.

Einordnung

Die Normtexte wurden nicht im Volltext eingesehen oder nachgedruckt; die Korrigenda von 2013 gehören zum gültigen Stand. Das hinterlegte IT-Datenmodul ist bewusst auf den geprüften Bereich bis 180 mm Nennmaß begrenzt. Verbindlich bleiben Fertigungszeichnung und gültige Norm.

Quellen

  • ISO 286-1:2010 + Cor 1:2013 — ISO-Codesystem für Toleranzen von Längenmaßen, Teil 1: Grundlagen

    International Organization for Standardization (ISO)NormGrundlage des Systems: Durchmesserstufen, die Bildung des geometrischen Mittels aus Stufenunter- und -obergrenze als Bezugsmaß und die Grundabmaße der Toleranzfelder. Dieser Rechner setzt daraus H mit EI = 0, h mit es = 0, g mit es = −2,5 · D hoch 0,34, f mit es = −5,5 · D hoch 0,41 und k mit ei = +0,6 · Kubikwurzel(D) für IT4 bis IT7 um. Der Normtext ist kostenpflichtig und wurde nicht eingesehen; iso.org beantwortet automatisierte Abrufe mit HTTP 403, deshalb steht die Norm hier ohne Verweis. Die fünf Formeln sind gegen publizierte ISO-286-2-Tabellenauszüge geprüft und stimmen in allen 20 geprüften Zellen überein.Abruf: 29.08.2026

  • ISO 286-2:2010 + Cor 1:2013 — Tabellen der Grundtoleranzgrade und Grenzabmaße, Teil 2

    International Organization for Standardization (ISO)NormQuelle der Grundtoleranzen IT5 bis IT11 für die Durchmesserstufen von 1 bis 180 mm, die dieser Rechner als Tabelle hinterlegt (etwa Stufe über 30 bis 50 mm: IT5 = 11, IT6 = 16, IT7 = 25 µm). Bewusst als Tabelle statt als Formel, weil die verbreitete Näherung i = 0,45 · Kubikwurzel(D) + 0,001 · D unterhalb von 18 mm systematisch von der Norm abweicht — genau im meistgenutzten Bereich. Für die Stufen oberhalb 180 mm liegt keine gegen die Norm geprüfte Zeile vor; deshalb ist das Nennmaß auf 180 mm begrenzt. Der Normtext ist kostenpflichtig und wurde nicht eingesehen; iso.org beantwortet automatisierte Abrufe mit HTTP 403.Abruf: 29.08.2026

Häufige Fragen

Was bedeutet H7/g6 bei einer Passung?

H7/g6 bedeutet: Die Bohrung hat das Toleranzfeld H7, die Welle das Toleranzfeld g6. Erst beide Felder zusammen ergeben die Passung.

Bei H7 steht H für die Lage des Bohrungsfelds. Das untere Abmaß der H-Bohrung liegt beim Nennmaß, im Rechner also EI = 0. Die Zahl 7 ist der IT-Grad; sie legt die Breite des Felds fest.

Bei g6 steht g für ein Wellenfeld unterhalb des Nennmasses. Die Zahl 6 legt wieder die Breite fest. Der Buchstabe beschreibt also die Lage, die Zahl die IT-Grundtoleranz. Beides zusammen ist das Toleranzfeld.

Das belegte Beispiel aus dem Quellenabgleich ist Ø40 H7/g6:

H7 Bohrung: 40,000 mm bis 40,025 mm
g6 Welle:   39,975 mm bis 39,991 mm
Mindestspiel: 0,009 mm
Hoechstspiel: 0,050 mm

Die Welle bleibt in diesem Beispiel immer kleiner als die Bohrung. H7/g6 ist deshalb eine Spielpassung. Der Passungsrechner berechnet solche Grenzmaße aus Nennmaß, Bohrungsgrad und Wellenfeld. Der Ratgeber ISO-286-Toleranzfelder und Passungen verstehen erklärt die vier Begriffe Grundabmaß, IT-Grundtoleranz, Toleranzfeld und Passungsart im Zusammenhang.

Einordnung

Die Normtexte wurden nicht im Volltext eingesehen; das Ø40-H7/g6-Beispiel ist nachgerechnet, nicht aus der Norm nachgedruckt. Verbindlich bleiben Fertigungszeichnung und gültige Norm.

Die IT-Werte und Grundabmaße je Durchmesserstufe stehen in der Tabelle IT-Grundtoleranzen und Grundabmaße nach ISO 286.

Wann brauche ich eine Spiel-, Übergangs- oder Presspassung?

Eine Spielpassung brauchst du, wenn sich Welle und Bohrung sicher fügen und gegeneinander bewegen oder leicht demontieren lassen sollen. Eine Übergangspassung passt, wenn die Teile genau zentrieren sollen und je nach Istmaß leichtes Spiel oder leichtes Übermaß entstehen darf. Eine Presspassung ist für feste Sitze gedacht.

Die Passungsart wird nicht geraten, sondern aus den Grenzmaßen abgeleitet:

Welle immer kleiner als Bohrung  -> Spielpassung
Welle immer groesser als Bohrung -> Presspassung
Vorzeichen wechselt             -> Uebergangspassung

Typische Werkstattlogik: Eine Spielpassung ist plausibel für Führungen, Lagerstellen mit Beweglichkeit oder Bauteile, die ohne Kraft gefügt werden sollen. Eine Übergangspassung hilft bei Zentrierungen, Passstiften oder Sitzen, bei denen die Lage wichtig ist, aber kein sicherer Festsitz garantiert werden soll. Eine Presspassung wird gewählt, wenn das Fügen selbst den Halt erzeugen soll.

Diese Beispiele ersetzen keine Zeichnung. Oberfläche, Werkstoff, Temperatur, Beschichtung, Montageverfahren und Funktion können die Auswahl ändern. Der Passungsrechner zeigt deshalb Mindest- und Höchstspiel beziehungsweise Übermaß. Der Ratgeber ISO-286-Toleranzfelder und Passungen verstehen erklärt, wie Bohrungs- und Wellen-Toleranzfelder daraus eine Passungsart bilden.

Einordnung

Der Normtext wurde nicht im Volltext eingesehen. Diese Seite ordnet ein und ersetzt keine Konstruktionsfreigabe.

Warum trifft die IT-Grundtoleranz-Formel nicht immer zu?

Die IT-Grundtoleranz-Formel ist unterhalb 18 mm nicht exakt genug, weil die tabellierten ISO-286-Werte dort bewusst von der reinen Rechenformel abweichen. Der größte belegte Befund im Quellenabgleich für diese Seite liegt in der Stufe Ø <= 3 mm: IT7 ergibt nach Formel rund 9 um, der tabellierte Wert ist 10 um; das sind 15,3 % Abweichung.

Die Formel für die Toleranzeinheit i bleibt fachlich wichtig:

i = 0,45 x cbrt(Dg) + 0,001 x Dg
IT7 = 16 x i

Oberhalb 18 mm trifft sie im geprüften Bereich IT5 bis IT9 ausnahmslos. Unterhalb 18 mm treten aber genau in praxisnahen Graden Abweichungen auf: etwa IT7 bei >6-10 mm und >10-18 mm, außerdem IT6 bei >3-6 mm. Bei kleinen Passungen kann ein Mikrometer darüber entscheiden, ob ein Teil fügt oder klemmt.

Darum nutzt der Passungsrechner die IT-Grundtoleranzen als belegtes Datenmodul. Die Formel dient als Erklärung und Testorakel, nicht als alleinige produktive Datenquelle. Die Tabelle zu IT-Grundtoleranzen und Grundabmaßen dokumentiert diese Trennung. Der Ratgeber ISO-286-Toleranzfelder und Passungen verstehen ordnet sie in die Passungsrechnung ein; die Kurzdefinition steht im Glossar IT-Grundtoleranz.

Einordnung

Der Normtext wurde nicht im Volltext eingesehen. Die genannte Abweichung von bis zu 15,3 % bei Ø ≤ 3 mm und IT7 ist der Vergleich der Näherungsformel mit dem Tabellenwert, nachgerechnet für diese Seite.

Was ist der Unterschied zwischen Toleranzfeld und Toleranzklasse?

Das Toleranzfeld ist der präzise Begriff für die Kombination aus Lage und Breite einer zulässigen Massabweichung. In einer ISO-286-Bezeichnung wie g6 liefert der Buchstabe g die Lage über das Grundabmaß, die Zahl 6 die Breite über den IT-Grad.

H7 und g6 sind also Toleranzfelder. Jedes Toleranzfeld hat ein Mindestmaß und ein Höchstmaß. Erst wenn ein Bohrungsfeld und ein Wellenfeld zusammen betrachtet werden, entsteht eine Passungsart wie Spielpassung, Übergangspassung oder Presspassung.

Der Ausdruck Toleranzklasse wird in Werkstattgesprächen und manchen Online-Texten oft lockerer verwendet. Gemeint ist dann häufig ebenfalls das Kurzzeichen aus Buchstabe und Zahl. Für saubere ISO-286-Texte ist das ungenau: Die Zahl allein ist der IT-Grad beziehungsweise die IT-Grundtoleranz, der Buchstabe allein ist die Feldlage, und erst beides zusammen bildet das Toleranzfeld.

Wenn du eine Zeichnungsangabe wie Ø25 H7/k6 liest, solltest du deshalb nicht nach einer einzelnen “Toleranzklasse” suchen, sondern Bohrungsfeld und Wellenfeld getrennt betrachten. Der Passungsrechner macht genau das. Der Ratgeber ISO-286-Toleranzfelder und Passungen verstehen erklärt die Begriffe im Rechenweg.

Einordnung

Der Normtext wurde nicht im Volltext eingesehen. Diese Seite grenzt zwei Begriffe voneinander ab und führt keine eigenen Normwerte ein.